Jul 19

Die St. Sebastiani Armbrustschützen-Gesellschaft anno 1250 Herzogenrath gehört zu den ältesten Schützengesellschaften Europas. Ihre Geschichte spiegelt die historische Entwicklung in einem europäischen Transitraum wider: Spanische Farben und Fahne aus dem 17. Jahrhundert, bürgerlicher Frack und Zylinder aus dem 19. Jahrhundert – so feiern die Schützen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet. Dazu ist ihr Königsschießen geradezu spektakulär: Die „Zylinderschützen“ schießen mit der Armbrust auf einen auf 37 Meter hoch aufgesetzten Holzvogel, aus freier Hand, wie Schütze Theo Kutsch betont. Ein imposantes Schauspiel, das Jahr für Jahr praktiziert wird. Beim Königsvogelschuss 2016 am Fuchsberg standen elf Herren im Halbkreis um die 37 Meter hohe Stange. Mit Armbrust und Pfeil versuchen sie, den Holzvogel zu treffen – und zwar gleichzeitig. In den Annalen ist zu lesen, dass bereits im Jahre 1837 der erste Königsvogel am Fuchsberg geschossen wurde. Auch diesmal ermittelten die Schützen am Samstag zunächst den Scheibenkönig. Der „Scheibenpreis“ ist die zweithöchste Auszeichnung, die ein Sebastiani-Schütze erringen kann. In diesem Jahr gelang es Dr. Rolf Wieland in der 5. Runde. Den Abschluss des Tages feierten die Schützen mit ihren Gästen im Zelt am Fuchsberg.
Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in St. Mariä Himmelfahrt, gehalten von Schützenkaplan Dr. Guido Rodheudt. Am Nachmittag folgte der traditionelle Festzug vom Marienkapellchen zum Fuchsberg. Vorneweg die Harmonie Cäcilia, der Hellebardenträger, Pfeiljungen und –mädchen, Einwinder, die Fahne mit „Nellbeck“ Dr. Tobias Dreßen, die Schützenmeister Jürgen Schmitz und Dr. Reiner Aghte und die Schützen. Nach alter Tradition zogen die Schützen dreimal mit Musik um die Vogelstange, bevor der Erste Schützenmeister Jürgen Schmitz die erste Runde freigab. Jeder Schütze besitzt seine eigene Armbrust und hat 23 Pfeile je Runde zur Verfügung. Es lag eine gewisse Spannung in der Luft am Fuchsberg, und bereits am Ende der ersten Runde konnte Wolfgang Schmitz mit seinem 22. Pfeil den Vogel herunterschießen, und wurde nach 2009 zum zweiten Mal König der Gesellschaft. Zu den Gratulanten zählten Bürgermeister Christoph von den Driesch, Schützenkaplan Dr. Guido Rodheudt sowie die befreundeten Gesellschaften aus Kerkrade und Alt- Merkstein.

2. Schützenmeister Dr. Reiner Aghte, Kaiser Wolfgang Essers, König Wolfgang Schmitz, Schützenkaplan Dr. Guido Rodheudt, 1. Schützenmeister Jürgen Schmitz, Bürgermeister Christoph von den Driesch und Fähnrich Dr. Tobias Dreßen.

2. Schützenmeister Dr. Reiner Aghte, Kaiser Wolfgang Essers, König Wolfgang Schmitz, Schützenkaplan Dr. Guido Rodheudt, 1. Schützenmeister Jürgen Schmitz, Bürgermeister Christoph von den Driesch und Fähnrich Dr. Tobias Dreßen.


Der neue Schützenkönig Wolfgang Schmitz bedankte sich auch bei den vielen Kindern am Fuchsberg, indem er Bonbons verteilte. Anschließend wurden Silberbecher ausgeschossen. Den ersten Becher, gestiftet von Gerd Zimmermann, holte Jürgen Schmitz, ein weiterer Becher der Schützendamen ging an König Wolfgang Schmitz. Am Abend waren die Schützen zu Gast beim diesjährigen „Schenker“ Professor Dr. Jürgen Karla.
Das erfolgreiche Schützenfest klang am Montag mit drei weiteren Schießen aus. Den Silberbecher der VR-Bank Herzogenrath und den Maria-Schöngen-Silberbecher holte Wolfgang Essers, der Silberbecher der Provinzial ging an Professor Dr. Jürgen Karla. Am Abend waren die Schützen zu Gast beim neuen König Wolfgang Schmitz.
Ein großer Dank ging an die Mitglieder des Trommler-und Pfeiferkorps 1912 Herzogenrath, die 30 Jahre lang den Ausschank am Fuchsberg übernommen und außerdem den Fuchsberg während des Schützenfestes stets in den Nächten bewacht hatten. Wie Vorsitzender Lothar Thevis sagte, ruht der Spielbetrieb zum Ende des Jahres. Der Verein ist überaltert und hat keinen Nachwuchs. Die Proben der übrig gebliebenen Mitglieder gehen weiter, auch die Geselligkeit wird weiter gefördert. Sollten sich doch noch junge Leute melden, besteht noch Hoffnung auf ein Fortbestehen dieses traditionsreichen Vereins.




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