Ihr Schützensilber

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Geschichtlich entwickelte sich das Schützensilber aus der Ehrenkette, die zur Auszeichnung des Schützenkönigs gehörte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde dieser Kette kleinere Anhänger in Form von Schildern und Platten beigefügt, die zum Teil von Gönnern gestiftet wurden. Später jedoch waren die angehängten Schilder Geschenke der jeweiligen Schützenkönige. Durch diese sich Jahr für Jahr wiederholenden Schenkungen kam die Gesellschaft allmählich in den Besitz eines gewichtigen Silberschatzes, der in Notzeiten ein materieller Garant des Fortbestehens war. Durch unglückliche Umstände während des 2. Weltkrieges verlor die Herzogenrather St. Sebastiani Armbrusterschützen-Gesellschaft Anno 1250 fast ihren gesamten Plakettenbestand, ebenso Dokumente, die u.a. zum legendären Anführer der Bockreiter, Josef Kirchhoff, in Beziehung standen (Lehrzeugnis, Militärisches Entlassungszeugnis).
Laut Statut ist jeder König verpflichtet, der Gesellschaft ein Silberschild in Erinnerung an seine Königswürde zu überlassen. Die wenigen Auflagen, die hierbei berücksichtigt werden sollen, sind folgende: die Plakette soll einen bestimmten Silbergehalt vorweisen, der Name des Königs, Königsjahr und Name der Gesellschaft müssen erwähnt sein.
Der Schütze projiziert in seine Königsplakette sein persönliches ästhetisches Empfinden, wobei Formenvielfalt und Ideenreichtum der einzelnen Schilder ein Gesamt von Plaketten aufkommen lässt, das lokalhistorisch wichtige, national und international bedeutende Ereignisse festhält. Einige wenige Plaketten fallen durch ihre Ornamentik und Gliederung der Fläche auf, andere nehmen Bezug zu sozialen Bereichen, die dem lokalen Kulturkreis (Burg Rode, Kloster Rolduc) zuzuordnen sind. Die Deutung von Symbolen (Standessymbolen) bietet die Möglichkeit, Herkunft und Beruf zu erläutern. Kompositionen, Flächen, Farben, lineare und plastische Gestaltungselemente der Plaketten zeigen eine Vielfalt, die sich eindeutig von maschinell gefertigten Königsschildern abhebt. Bei einem Bruchteil der Plaketten liegt die Plastizität im zweidimensionalen, bei der Mehrzahl jedoch im dreidimensionalen Bereich. Das große Spektrum der Plakettenmotive läßt eine starke Auseinandersetzung der Auftraggeber (Könige) mit der lokalhistorischen Vergangenheit der Gesellschaft/Stadt und der gegenwartsorientierten Situationen von nationalen und internationalen Ereignissen erkennen. Vereinzelt wird die traditionelle Schildform der Königsplakette umgestaltet in eine unkonventionelle Formgebung. Kaum eine Plakette ist einer klassischen, reinen Stilart zuzuordnen, so daß der Reiz in der Vielfalt der Formen und Entwürfe liegt.
 

 
Das letzte Königsvogelschießen vor dem 2. Weltkrieg fand 1939 statt. Der erfolgreiche Schütze Karl Savelsberg amtierte neun Jahre und wählte 1948 einen Sebastianus-Darstellung als Plakettenmotiv. Diese Form der Darstellung ähnelt der Sebastianus-Statue, die in Schützenbesitz ist. Beachtenswert der Text auf der Rückseite „Hoffnung und Zuversicht“, ein wiederstehendes Deutschland darstellend.
1947/48 war der Kaufmann Karl Savelsberg König und Stifter einer rechteckigen Plakette, die im Mittelfeld das Schützenwappen zeigt: den rechtsspringenden, roten doppelgeschweiften Löwen mit goldener Bewehrung und der Armbrust. Dieser Löwe wurde dem Stadtsiegel entnommen und drückt die enge Verbindung der Schützen mit der Stadt Herzogenrath aus.
Die wirtschaftliche Lage nach dem Krieg spiegelte sich in Art und Weise in der Königsplakette von 1948/49 wieder. Der König, Dr. Peter Esser, verlegte berufsbedingt seinen Wohnsitz von Herzogenrath nach Moers. Somit ziert das Wappen dieser Stadt sein Königsschild.
Hermann Dunkel ergänzt zum Schützenwappen (Löwe mit Armbrust) seine Berufsdarstellung als Maschineningenieur in Form von Zahnrad (Stahl) und Schornstein (Kohle). Seine Königsplakette datiert aus dem Jahre 1949.
Eine der ersten Fahnen der St. Sebastiani Armbrustschützen-Gesellschaft war die um 1622 von der spanischen Infantin Isabella Clara Eugenia gestiftete Seidenfahne. Der Anlaß zu diesem Geschenk ist von geringer Bedeutung; sei es, daß die Schützen ihre Fahne als Belohnung wegen angeblich großer Verdienste in der Zeit des Abfalls der Niederlande von Spanien, um die Aufrechthaltung der Ordnung oder wegen einer Beschädigung beim Fahnenschwenken, festgehalten in einer Anekdote, erhielten. Im Jubiläumsjahr 1950 erwarb die Gesellschaft eine neue Fahne. Diese trägt auf der Vorderseite in starker Anlehnung an die alte Fahne das auf dunkelroter Seide gestickte aragonisch-sizilianische Wappen der Infantin inmitten der Kette des goldene Vlieses, darunter den Namen: Isabella Clara. Rückseitig befindet sich eine Sebastianus-Darstellung. Dr.-Ing. Peter Esser wählte diese neue Fahne als Motiv für seine Königsplakette im Jahre 1950.
Infolge der schwierigen Nachkriegsjahre konnte erst 1951 das 700 jährige Jubiläum gefeiert werden. In diesem Jahr errang Albert Heinen, seines Standes Landwirt, die Königswürde. In eindrucksvoller Weise symbolisiert er seinen Beruf durch Getreidegarbe, Sense und Landmannshut. Vergoldet wurde die Zahl 700 auf der Plakette.
Die Verbundenheit der Herzogenrather Vereine mit der Schützengesellschaft zeigt sich in dem Jubiläumsgeschenk von 1951 in Form eines Brustschildes zur Anheftung der Königplaketten beim Festzug der Schützen. Das Wappen der Stadt ziert in Form des Löwen die Mitte des Brustschildes.
Schon um 1770 pflegte die Herzogenrather Armbrustschützen-Gesellschaft gute Kontakte zur St. Antonii und St. Sebastiani Armbrustschützen-Bruderschaft in Jülich. Rektor Löcherbach, ehemals Kaplan in Jülich und Mitglied der dortigen Bogenschützen, erneuerte Anfang des 20. Jahrhunderts auch als Mitglied der Herzogenrather Armbrustschützen-Gesellschaft diese historisch bedingten freundschaftlichen Beziehungen. 1906 waren die Schützen der o.g. Bruderschaft zu Gast bei der Herzogenrather Gesellschaft, die ein besonderes Vogelschießen für die Jülicher Bruderschaft veranstaltete. Als Erinnerung schenkte die Jülicher Schützen-Bruderschaft der Herzogenrather Armbrustschützen-Gesellschaft zu deren 700 jährigem Jubiläum im Jahre 1951 eine gespannte Silberarmbrust mit gravierter Widmung auf der Außenseite der Bogenlatte.
Die Sint Sebastianus Schuttersbroederschap, Kerkrade 1617, pflegt seit Jahrzehnten enge freundschaftliche Beziehungen zu unserer Gesellschaft. Geschichtliche und persönliche Kontakte waren somit Anlaß für die Silberschilde, die o.g. Bruderschaft unserer Gesellschaft zum 700- und 725-jährigen Bestehen schenkte. Die Schilde zeigen jeweils den Hl. Sebastian als Märtyrer mit Heiligenschein, umgeben von Lorbeerzweigen. Die Schildränder sind geschwungen und deuten barocke Formgebung an.
Für die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Merkstein 1633, war das 700-jährige Bestehen der Herzogenrather Armbrustschützen-Gesellschaft im Jahre 1951 der Anlaß, als Gastgeschenk ein Silberschild mit dem Wappen der damaligen Gemeinde Merkstein zu überreichen.
Der Bauunternehmer Heinz Krückels, Schützenkönig des Jahres 1952, erinnert auf seiner Plakette an ein Ereignis, das vor etwa 670 Jahren stattfand. Zu sehen ist eine Abbildung des Schütz von Rode, der 1283 unter Walram von Falkenburg die Festung Rode durch tödliche Verwundung des gegnerischen Anführers und Feindes Winnemar von Gijmnich erfolgreich verteidigte. Von diesem Vorfahren besaßen die Schützen ein schlichtes Denkmal in ihrem Schützenheim. Der bürgerliche Name des Schütz von Rode ist nicht überliefert. Heinz Krückels war Sohn des Schützen Peter Krückels und Bruder des Schützen Dr. Felix Krückels.
Ein Äskulapstab, Standessymbol der Ärzte, ziert das Rundschild von Dr. Helmut Schmitz, Schwiegersohn des Schützen Dr. Josef Mandelarzt, in seinem Königsjahr 1953.
Die Form der Königsplakette von Carl Savelsberg im Lahr 1954 erfährt unter dem Einfluß der Kartusche eine stärkere und ornamentalere Ausgestaltung des Schildrandes. Ein Bockreiter erinnert an die Bockreiterstadt. Im 18. Jahrhundert befand sich hier der Sitz des Hauptgerichtes. Auf der Burg wurden zahlreiche Bandenmitglieder aus den verschiedenen Gerichtsbänken des Landes peinlich verhört, abgeurteilt und der Strafjustiz übergeben.
Die Hl. Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, ist in Emailletechnik auf der Vorderseite der Königsplakette von 1955 des Diplom-Bergingenieurs Erich Offermanns wurde Ehrenschützenmeister auf Grund seiner verdienstvollen, langjährigen Tätigkeiten als 2. und 1. Schützenmeister. Erich Offermanns war Sohn des Schützen Josef Offermanns.
Carl Savelsberg erinnert auf seiner Königsplakette von 1956 an den erst 1282 urkundlich bezeugten Namen ´s Hertogenrode, d.h. des Herzogs Rode. Nach 1137 kamen Burg und Land Rode in den Besitz der mächtigen Herzöge von Limburg. Die Burg/Festung Rode war einerseits wichtige Zollstätte für die Limburger Grafen, andererseits die am meisten nach Osten vorgeschobene Besitzung der Limburger zum Jülicher Territorium (Burg Wilhelmstein). Die Plakette zeigt die Burg vor ihrem Umbau im Jahre 1877.
Ludwig Menzel, Schwiegersohn des ersten Ehrenschützen Ferdinand Bernhard Schmetz, Nadelfabrikant in Herzogenrath, schmückt seine Königsplakette des Jahres 1957 sowohl mit dem Wappen seiner Geburtsstadt Breslau (links) als auch mit dem Wappen der Stadt Herzogenrath, in der er viele Jahre lebte. Ludwig Menzel war 2.und 1.Schützenmeister.
Der langjährige Fähnrich der Gesellschaft, Hans Dollmann, ebenfalls Schwiegersohn von Ferdinand Bernhard Schmetz, wählt für dein Königsschild 1958 das Wappen seiner Heimatstadt Aachen (links) und das Stadtwappen von Herzogenrath.
Merkur, griechischer Gott der Handelsleute, besaß als Attribut einen mit Flügeln und doppelten Schlangen versehenen Stab. Dieser Merkurstab ziert 1959 das Königsschild des Kaufmanns Karl Akens.
Als 1. Schützenmeisterin seinem 80. Lebensjahr und in seinem 50. Mitgliedsjahr in der Gesellschaft errang Heinrich Marbaise 1960 die Königswürde. Sein Familienwappen bedeckt die Vorderseite der Plakette.
Dr.med. Felix Krückels, Sohn des Ehrenschützenmeisters Peter Krückels, verwendet 1961 auf seinem Königsschild den Äskulapstab als Berufssymbol, dazu das Wappen von Herzogenrath als Hinweis auf seinen Geburtsort und das Stadtwappen von Alsdorf als Hinweis auf seinen Wohnort.
Oberhalb des Schützenwappens ist das Wappen der Familie Keller dargestellt, unterhalb davon des Berufssymbols der Apotheke. Gert Keller, König in 1962 ist Enkel des Schützen Franz Keller und Sohn des Schützen Friedel Keller, beide Apotheker in Herzogenrath.
In eindrucksvoller Form weist ein Pflug auf den Beruf des Landwirtes hin. Albert Heinen wählte dieses Symbol für seine Königsplakette im Jahre 1963.
Die Fassade der Kirche St. Mariä Himmelfahrt schmückt die Königsplakette von Dr. Albert Willems für die Königsjahre 1965 und 1967.
Die Marienkirche war ab 1564 Pfarrkirche für Herzogenrath, löste sich somit von der ursprünglichen Pfarre St. Lambertus in Kerkrade und die Schützen begleiteten von da ab die Fronleichnamsprozession in Herzogenrath. Die heutige Marienkirche ist der 3. Baukörper.
Schützenwappen, Äskulapstab und der Schütz von Rode mit gespannter Armbrust in mittelalterlicher Tracht schmücken 1966 die Plakette von Dr. Hans Bolten, Schwiegersohn des Ehrenschützenmeisters Erich Offermanns. Das Karls-Monogramm deutet auf seine Geburts- und Heimatstadt Aachen hin.
Als Anerkennung für geleistete Verteidigungsdienste erhielten die Schützen im 14. Jahrhundert die Stadtgräben an der Stadtmauer als Geschenk. Im Bereich der heutigen Schütz-von-Rode-Straße besaßen die Schützen bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Schießbahn, Vogelstange, Schützenhaus und Sommerhaus. Die Schießanlage der Schützengesellschaft befindet sich seit 1837 am Fuchsberg. Hügelform, Fuchs und Vogelstange deuten dies an. Königsplakette von Albert Heinen, 1968.
Der Apotheker Gert Keller dedizierte 1969 der Gesellschaft seine Königsplakette, auf der ein majestätisch einherschreitender Löwe mit Armbrust zu sehen ist, darunter eine Sebastianusdarstellung.
Die kommunale Neugliederung ordnete die bis dahin selbständigen Gemeinden Merkstein und Kohlscheid der Stadt Herzogenrath zu. Die neue territoriale Ausdehnung der Stadt mit Bahnlinie, Verkehrsadern und Siedlungsbereichen zeigt sich auf der Königsplakette von Karl Akens in 1970.
Dipl.-Ing. agrar. Hans-Dieter Heinen, Sohn des Schützen Albert Heinen, nimmt 1971 die kommunale Neugliederung als Thema für sein Königsschild wieder auf. Die Wappen der ehemaligen Gemeinden Kohlscheid und Merkstein flankieren den limburgischen Löwen, Stadtwappen der Stadt Herzogenrath. Im Kohlscheider Wappen liegt ein schwarzer Balken auf weißem Grund. Im oberen Wappenfeld befinden sich zwei, im unteren Feld ein Berghammer. Der Kohletagebau wird in hiesiger Gegend schon seit dem 12. Jahrhundert betrieben. Die Kohle machte den heutigen Herzogenrather Stadtteil zum Hauptsitz des Wurmkohlereviers. Die Berghämmer weisen auf das hauptsächliche Gewerbe der Kohlscheider Bevölkerung hin. Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Merkstein ist neu und redend, denn der Stein mit dem aufgelegten Schild ist ein Mark- oder Gemarkungsstein, der auf die Deutung des Namens Merkstein aus „Markstein“ hinweist und die Grenzlage der ehemaligen Gemeinde kennzeichnen soll. Der Pferdekopf erinnert daran, daß die rheinische Kaltblutzucht, die ehemals in dem Herzogenrather Stadtteil in voller Blüte stand, vor dem 1. Weltkrieg durch den Ökonomierat Meulenbergh züchterisch maßgebend beeinflußt worden ist. Der goldene Stern im Wappenfüllsel, somit ohne Bedeutung.
Durch die stetig wachsende Zahl der Plaketten, die bei Festumzügen gezeigt werden sollen, entschloß sich die Gesellschaft zur Anschaffung zweier Brustschilder zecks Anbringung von Königsplaketten. Auftraggeber waren im Jahre 1972 König Dr. Hans Bolten und im Jahre 1973 König Karl Akens. Somit tragen ab 1973 neben dem König der 1. und 2. Schützenmeister der Gesellschaft Königsplaketten.
Laut Statut ist aus sicherheitstechnischen Gründen die Anzahl der Schützen am Schießstand auf 18 begrenzt. Achtzehn Rundschreiben mit je einer Armbrust symbolisieren diese Schützenzahl. Eine größere Scheibe benennt den König in 1974: Dipl.-Ing. Dieter Schlicker. Eine Ergänzung an dieser weist ihn auch als König im Jahre 1981 aus.
Im 725. Jahr der Gesellschaft errang Dr.-Ing. Peter Esser 1975 mit nur einem abgeschossenen Pfeil die Königswürde. Als „Peter der Einpfeilige“ ging er in den Annalen der Gesellschaft ein. Ein internationales Ereignis: die Ankopplung der amerikanischen Raumfahrtsonde Apollo mit der sowjetischen Sojus wird plastisch auf seiner Plakette festgehalten.
Die Königsketten der deutschen Schützen-Gesellschaften bestanden meist aus einem Halbmond. An dessen spitzen Enden die Kette befestigt war und einem angehängten Vogel. An diesen drei Elementen wurden dann die Königsschilder befestigt. Auch unsere Gesellschaft hat einen solchen Schützenvogel aus dem Jahre 1528 besessen, der leider im Jahre 1820 im Geschmack der Zeit zu einem preußischen Adler umgeschmolzen wurde. Um an die alte Tradition anzuschließen, stiftete König Gert Keller im Jahre 1976 statt eines Schildes eine moderne Nachbildung eines Vogels.
Als Förderer der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den Städten Herzogenrath und Kerkrade und Verfechter des Europagedankens wählte der Schützenkönig Theo Kutsch im Jahre 1977 das Denkmal „dr Knub – Alle Menschen werden Brüder“ im benachbarten Kerkrade als Motiv für seine Königsplakette. („Knub“ = Knoten, Zeichen der Verbindung)
Die Königsplakette von Hans-Dieter Heinen aus dem Jahre 1978 zeigt im oberen Feld den 1978 geprägten Stadttaler mit einem Bockreiter über der Burg nach ihrem Umbau im Jahre 1877, der durch den damaligen Eigentümer August Schmetz veranlasst worden war. Kurz vor dem 2. Weltkrieg erwarb die Stadt Herzogenrath die Burg, in der sie ihre Verwaltung einrichtete. Im unteren Feld der Plakette ist das neue Verwaltungsgebäude der Stadtmit dem Stadtwappen eingeprägt.
Im Jahre 1979 wählte Hans-Dieter Heinen das Hufeisen als Glückssymbol für seine Königsplakette.
Im Jahre 1980 wurde Hans- Dieter Heinen zum 3. Mal in Folge die Königswürde zuteil. Damit wurde er der fünfte Kaiser der Gesellschaft. Er schenkte der Gesellschaft die übergoldete Gedenkmünze unserer Gesellschaft aus dem Jahre 1975.
1282 erhielt Rode von Kaiser Rudolf das Münzrecht. Die herzögliche Münze wurde von Limburg nach Herzogenrath verlegt, was dem neuen Münzort hohe Bedeutung zukommen ließ. Reinald von Geldern Herzog von Limburg beauftragte somit entweder seinen Stadthalter Walram von Luxemburg oder den Grafen Walram von Falkenburg die auf der Königsplakette von Paul Akens in 1982 nachgebildete Münze in Rode zu prägen: vorderseitig der Limburger Löwe mit umlaufender Namensbezeichnung Walramus, rückseitig in einem Kreuz die Buchstaben Rode und Walramus umlaufend.
1983 erhielt die Gesellschaft vom amtierenden Kaiser und König Hans-Dieter Heinen eine achteckige Plakette mit 3 achteckigen Feldern auf der Vorderseite. Diese Felder zeigen die Glückssymbole “Hufeisen” und “4-blättriges-Kleeblatt”. Die Ährengarbe symbolisiert den Berufsstand des Königs als Landwirt.
Das Königsschild von Dr.-Ing. Robert Nießen in 1984 deutet in seinem Mittelfeld berufsbezogene Attribute: zur Qualitätskontrolle dienten ursprünglich in den Labors des EBV, der Kokerei und in den Aufbereitungsanlangen u.a. Glaskolben mit Bunsenbrenner (links), Liebigkühler zur Kondensierung von verdampften Flüssigkeiten (Mitte) und Analysewaagen (rechts unten).
Die Königsplatte vor Dr. Wilfried Offermanns, 1985, veranschaulicht in stark stilisierter Form eine gespannte Armbrust. Das Feld zwischen “Latte und gespannter Sehne” ist mit einem rötlich-goldgelben Stein ausgefüllt, den Stadtfarben von Herzogenrath.
Einen großen Symbolgehalt besitzt die Plakette von Theo Kutsch aus seinem Königsjahr 1986. Die Silhouette eines Gesichtes zeigt einen Frauenkopf, der auf Europa hinweisen soll. Die Gesichtszüge zeigen die europäischen Grenzsituation zwischen den Städten Herzogenrath (D) und Kerkrade (NL): die unterschiedlich verlaufende ehemalige Leiconmauer mit den zusätzlichen Passierdurchlässen, darstellt durch Öffnungen, den Lippen, in der Gesichtssilhouette. Die Realisierung eines einheitlichen, somit geschlossenen Europagedankens zeigt sich noch in dem Wechsel von unterschiedlichen Teilrundformen im unteren und oberen Bereich der Plakette. Eckige Seiten sollen besagen, daß vorhandene kommunale Unzulänglichkeiten und nationale Interessen einem einheitlichen Europagedanken hinderlich sind. Das Auge in der oberen Hälfte des Königsschildes schaut in die Richtung eines möglichen grenzenlosen Europas.
1688 entfernte Pastor Braumann die St. Sebastianus-Statue vom St. Sebastianus-Altar der Herzogenrather Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt. Die Schützen bewahrten diese Statue in ihrem Schützenhaus, im Vereinslokal und bei ihren jeweiligen Schützenmeistern auf. Um die Verbindung der Schützen mit der Herzogenrather Burg zu dokumentieren, wurde 1987 dem “Verein Burg Rode” die Statue als Leihgabe übergeben. Der 1. Schützenmeister Dr. Hans Bolten erinnert auf seiner Königsplakette von 1987 an diese Übergabe.
Dr.med.dent. Reinhold Offermanns nahm als Motiv für seine Königsplakette im Jahre 1988 das Konventssiegel der Abtei Rode (um 1225). Das Siegelbild zeigt die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria. Nach mittelalterlichem Brauch repräsentieren die Kirchenpatrone in Umschrift und Bild eines Siegels die Gemeinschaft des gesamten Klosters. In der Verkündigungsdarstellung des Konventssiegels von Rode erscheinen die Hl. Maria und Gabriel, denen der älteste Altar in der Krypta der Kirche geweiht war, stellvertretend für die Abtei. Dr. Reinhold Offermanns, Bruder des Schützen Dr. Wilfried Offermanns, machte von einem Wachssiegel selber einen Abdruck und ließ aus einer Gipsform die Silberplakette gießen.
Sicherheitsvorschriften erforderten die Anschaffung eines Schutzzeltdaches für die Schützen. Die Königsplakette von Straßenbaumeister Karl Hans Hermanns, Schwiegersohn des Schützen Albert Heinen, in 1989 weist durch eine Detailangabe auf diese Zeltkonstruktion hin, die in halbkreisförmiger Schwingung den Scheißplatz unterhalb der Vogelstange vor abprallenden Pfeilen schützt. Die Rückseite benennt die Mitglieder der Schützengesellschaft nach dem Eintrittsdatum.
König Dipl.-Kfm. Ralf Dobro wählte für seine Plakette als “inter-”nationales Ereignis in seinem Königsjahr 1990 die Deutsch-Deutsche-Währungsunion im Zuge der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. Die kleinsten Geldmünzen beider deutscher Staaten zieren im ihren Vorder- und Rückseiten einen “Geldbaum”.
1991, 1993 und 1996 ergänzte Albert Heinen seine Plakette von 1951 mit einem Hinweisschild auf seine Königjahre. Ein Generalversammlungsbeschluss ermöglichte diese Maßnahme, um die Anzahl der Plaketten, die bei offiziellen Gelegenheiten der Bevölkerung gezeigt werden soll, überschaubar zu halten.
Laut Generalversammlungsbeschluss erfolgte 1994 die Rückführung der von der Schützengesellschaft zeitweilig aufbewahrten St. Sebastianus-Statue wieder in der Pfarrkirche St Mariä Himmelfahrt. Bedingt durch Unstimmigkeiten zwischen dem Pastor Braumann und den Schützen befand sich ab 1688 die genannte Statue bis 1987 im Verwahr der Schützen. Schütze Paul Akens nimmt in seinem Königsjahr 1994 diese Gelegenheit als Anlaß für sein Plakettenmotiv. In stilisierter Form steht die St. Sebastianus-Statue wieder vor dem geöffneten Hauptportal der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt.
Im Königsjahr 1995 von Rendant Dipl.-Kfm. Josef Braun fällt als letzte Trennung zwischen den beiden historisch miteinander verbundenen Städten Herzogenrath und Kerkrade die Leiconmauer auf der Neustraße im Stadtteil Straß. Zwischen den Staaten Deutschland und Niederlande entsteht somit das Europa ohne Grenzen. Armbrust, Leiconmauerrest und die Sterne als Symbol der Europa-Staaten werden als inhaltsreiche Motive für seine Plakette gewählt.
Der Enkel des Schützen Dr. Josef Mandelarzt und Sohn des Schützen Dr. Helmut Schmitz, Jürgen Schmitz, wird König in den Jahren 1997 und 1998. Im unteren Randbereich versinnbildlichen zwei stilisierte gespannte Armbrüste diese Generationsfolge. Sie halten einen dreieckigen Glasstein in ihrer Mitte, der für seine Berufsbezeichnung als Diplomingenieur in der Autoglasfirma Securit-Saint Gobain dient.
Die letzte totale Sonnenfinsternis im 2. Jahrtausend, am 11. August 1999, war ein erhabenes Ereignis. Dieses Naturschauspiel war für Dr. Reinhold Offermanns so beeindruckend, daß er es zum Motiv für seine Königsplakette wählte. Die geschwärzte Silberplatte symbolisiert die während der Sonnenfinsternis herrschende Dunkelheit. Dargestellt ist der Moment, wo aus der Sicht der Westeuropäer der Mond die Sonne total verdeckte, und nur die Korona sichtbar blieb.
Für die Königsgabe des Jahres 2000 arbeitete Theo Kutsch mit dem an der gemeinsamen Grenze lebenden „Edelsmid“ Kreijen an der Abbildung historischer wie persönlicher Aktivitäten. Drei Scheiben vermitteln: Links die alte Burg Rode, die rechte Scheibe zeigt den Turm von Klosterode (ehemals Augustiner Chorherren-Abtei) . Die gebrochenen Stücke verweisen auf die manigfaltigen Grenzveränderungen im Verlauf von 1815-1995. Auf der mittleren Scheibe findet sich das seit 1995 existierende gemeinsame Eurode sowie verschwundene, beiderseitige Grenzhindernisse auf der heutigen gemeinsamen Neustraße bzw. Nieuwstraat.
Dr. Reinhold Offermanns wählte im Jahr 2001 ebenfalls ein besonders
herausragendes Ereignis, nämlich die bevorstehende Umstellung der europäischen Währungen auf den Euro, der in der Folge eine ganze Menge von positiven und negativen Konsequenzen nach sich gezogen hat. Vermutlich war und ist jeder davon betroffen.
Dargestellt auf dem Schützensilber von Rolf Viehöfer aus dem Jahr 2002 ist die Laufbahn des Elektrons um das Atom. Er nimmt damit Bezug auf seine Berufstätigkeit: Urananreicherung bzw. Kernbrennstoffherstellung für Kernkraftwerke. Die Armbrust auf der Plakette befindet sich genau über dem Atom.
Die Plakette von Rolf Viehöfer aus dem Jahr 2003 zeigt die Planetenkonstellation von Mars, Erde und Sonne. In seinem zweiten Königsjahr war der Planet Mars der Erde so nahe wie noch nie. Dargestellt auf der Plakette sind dementsprechend die Laufbahnen der Planeten. Mars ist aus Kupfer (Roter Planet), die Sonne aus vergoldetem Messing und die Erde aus brüniertem Eisen.
Das Schützensilber aus dem Jahr 2004 von Albert Heinen verweist auf die 900-Jahr-Feier der Klosterabtei Rolduc. Daneben wird das geachtete Alter des Schützen (mit 93 Jahren wohl einer der erfahrensten Könige der Gesellschaft) genannt.
Die Königsplakette von Karl Hans-Hermanns aus dem Jahr 2005 weist auf die zusätzliche Sicherheitsvorkehrung hin, die in diesem Jahr eingeführt werden musste: Vor jedem Schützen wird eine durchschußsichere Plane befestigt, so dass nur noch ein schmaler Schießkorridor zwischen dem Sicherheitsnetz und der Plane bleibt. Durch die Plane wird erreicht, dass abprallende Pfeile nicht in Richtung der Schützen oder der Zuschauer katapultiert werden.
Im Jahr 2006 fand die Fussball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Ein Anlass, der Dr. Reinhold Offermanns motivierte, seine Plakette aus diesem dem Sport zu widmen.
2007: Dr. Rolf Wieland
2008: Dr. Rolf Wieland
Für die von Wolfgang Schmitz für das Jahr 2009 selbst entworfene Plakette stand der berufliche Hintergrund in der Flugsicherung Pate. Zwei aufeinander gelegte Silberplatten stellen einen Radarbildschirm dar auf dem sich zwei Flugziele, sie symbolisieren die abgeschossenen Pfeile, einem Navigationspunkt nähern, dieser steht für die Vogelstange mit dem Königsvogel. Den Hintergrund bildet die Landkarte des Dreiländerecks mit ausgesägten Landesgrenzen, was die Durchlässigkeit dieser symbolisieren soll. Die Zahlen- und Buchstabenkombinationen beinhalten zum einen die Initialen des Schützen, sowie Datum und Uhrzeit des entscheidenden Treffers, zum anderen erinnern sie an Karl-Hans Hermanns‘ Königswürde im Jahr 1989. Im unteren Randbereich ist die genaue Position der Vogelstange in Koordinaten nördlicher Breite und östlicher Länge angegeben (5052N00606E).
Für das Schützensilber des Jahres 2010 wählte Wolfgang Essers ein Motiv aus seiner Berufswelt. Es ist mit einer Farbpalette sowie zwei Pinseln geschmückt. Letztere zeigen die Farben der Gesellschaft – rot und gelb. Neben dem Namen des Schützen ist auch die Uhrzeit des erfolgreichen Treffers und die Nummer des Pfeils angegeben.